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Wissenswertes

186.000 Unternehmensnachfolgen bis 2030

Was der Mittelstand jetzt wissen muss

 

Die Unternehmensnachfolge zählt zu den größten strategischen Herausforderungen für den deutschen Mittelstand. Laut der aktuellen IfM-Bonn-Studie „Unternehmensnachfolgen in Deutschland 2026 bis 2030“ stehen bis 2030 rund 186.000 Unternehmen vor einer Übergabe. Bemerkenswert ist, dass diese Zahl trotz der alternden Unternehmergeneration kaum steigt – mit spürbaren Auswirkungen auf Wirtschaft, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Branchen, Unternehmensgrößen und Regionen besonders betroffen sind, welche Trends bei Nachfolgelösungen erkennbar werden und mit welchen Risiken und Herausforderungen mittelständische Unternehmen rechnen müssen. Zudem zeigen wir, wie Sie Ihre Nachfolge strategisch und zukunftssicher gestalten können – mit professioneller Nachfolgeberatung, praxisnahem Live-Coaching und einem IHK-zertifizierten Online-Kurs.

 

Die zentrale Botschaft der IfM‑Bonn‑Studie

Die aktuelle Nachfolgestudie des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn kommt zu einem klaren Ergebnis: Im Zeitraum von 2026 bis 2030 benötigen rund 186.000 Unternehmen in Deutschland eine Nachfolgelösung, weil Eigentümer ihre Geschäftsführung aus Alters- oder persönlichen Gründen abgeben.

Auffällig ist, dass diese Zahl im Vergleich zum vorherigen Prognosezeitraum nicht weiter ansteigt, sondern leicht rückläufig ist. Ursache hierfür ist laut IfM Bonn nicht etwa eine Entspannung der Nachfolgesituation, sondern vielmehr die verschlechterte wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen. Sinkende Erträge und steigende Risiken machen Übernahmen für potenzielle Nachfolger zunehmend unattraktiv.

 

Warum die Zahl der Firmenübergaben stagniert

Das IfM Bonn weist darauf hin, dass es in Deutschland keine amtliche Statistik zur Unternehmensnachfolge gibt. Die Prognosen basieren daher auf eigenen Schätzverfahren, die unterschiedliche Datenquellen miteinander kombinieren.

Die Ergebnisse zeigen: Obwohl immer mehr Unternehmer in das typische Übergabealter kommen, steigt die Zahl der tatsächlich erwarteten Nachfolgen nicht weiter an. Der Hauptgrund dafür liegt in der wirtschaftlichen Tragfähigkeit vieler Betriebe. Unternehmen mit schwacher oder nur durchschnittlicher Ertragslage gelten für potenzielle Nachfolger als risikoreich – insbesondere dann, wenn zusätzlich Investitionsbedarf besteht oder die Marktposition unsicher ist. Besonders betroffen sind kleinere Unternehmen, etwa im Bereich der unternehmensbezogenen Dienstleistungen, häufig mit Jahresumsätzen unter 500.000 Euro.

 

Welche Unternehmen und Branchen sind besonders betroffen?

Nicht alle Unternehmen sind gleichermaßen von der bevorstehenden Nachfolgewelle betroffen. Die IfM-Bonn-Studie zeigt deutliche Unterschiede nach Branchen, Unternehmensgrößen und Regionen.

Branchenverteilung

Die anstehenden Übergaben verteilen sich laut IfM Bonn über verschiedene Wirtschaftsbereiche. Besonders relevant sind:

  • Unternehmensbezogene Dienstleistungen
  • Produzierendes Gewerbe
  • Handel

Jeweils rund 30 % aller Übergaben entfallen auf das Produzierende Gewerbe und auf unternehmensbezogene Dienstleistungen. Der Handel weist ebenfalls einen signifikanten Anteil auf. Damit wird deutlich: Die Nachfolgeproblematik betrifft den Mittelstand branchenübergreifend, ist jedoch in bestimmten Sektoren besonders ausgeprägt.

Unternehmensgrößen

Ein Schwerpunkt liegt bei Unternehmen mit Jahresumsätzen zwischen 500.000 Euro und 1 Mio. Euro. In diesem Segment ist die Gewinnsituation häufig nur mittelmäßig, was die Übernahme aus Sicht potenzieller Nachfolger riskanter erscheinen lässt. Gerade diese Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Attraktivität für Nachfolger gezielt zu steigern.

Regionale Unterschiede

Auch regional zeigen sich deutliche Unterschiede. So stehen in Niedersachsen – gemessen an der Zahl der Unternehmen – vergleichsweise viele Übergaben an, während in Berlin im Prognosezeitraum deutlich weniger Nachfolgen erwartet werden. Diese Verteilung hängt nicht nur von der Unternehmensdichte ab, sondern auch von der regionalen Wirtschaftsstruktur und den Branchenschwerpunkten.

 

Formen der Nachfolge und ihre Entwicklung

Neben der Anzahl der Übergaben analysiert die Studie auch die Art der Nachfolgelösungen. Auf Basis einer Metaanalyse der letzten rund 40 Jahre ergibt sich folgendes Bild:

  • Rund 50 % der Unternehmensnachfolgen erfolgen familienintern
  • Etwa 17 % werden an Mitarbeitende übergeben
  • Rund 29 % entfallen auf externe Nachfolger bzw. Käufer

Ein klarer Trend: Familieninterne Übergaben verlieren leicht an Bedeutung, während externe Lösungen zunehmen. Immer häufiger übernehmen Personen oder Organisationen außerhalb der Eigentümerfamilie das Unternehmen. Das erhöht zwar die Auswahl an potenziellen Nachfolgern, macht den Prozess jedoch auch komplexer und beratungsintensiver.

 

Risiken und Herausforderungen für den Mittelstand

Die Studienergebnisse verdeutlichen gleich mehrere Risiken, darunter:

  • Wertverluste und Unternehmensschließungen: Fehlt eine geeignete Nachfolgelösung, können Unternehmen stillgelegt oder verkauft werden – oft zu einem geringeren Wert als bei einer geordneten internen Übergabe. Dies führt zu Verlusten von Arbeitsplätzen, Know-how und regionaler Wertschöpfung.
  • Attraktivität für Nachfolger sinkt: Gerade in wirtschaftlich schwierigen Segmenten wird die Übernahme unattraktiv. Das betrifft besonders kleinere Unternehmen, die zwar zahlenmäßig viele Stellenwert haben, aber aus Sicht potenzieller Nachfolger niedrigere Wachstumsaussichten bieten.
  • Komplexität der Übergangsprozesse: Herausforderungen rechtlicher, steuerlicher und organisatorischer Natur treten gerade bei mittelständischen Betrieben besonders stark auf. Ohne professionelle Planung steigen Risiken für Scheitern oder Verzögerung der Nachfolge.

 

Handlungsempfehlungen für mittelständische Unternehmen

Die aktuelle Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) macht erneut deutlich: Unternehmensnachfolge muss strategisch geplant und aktiv gestaltet werden. Unternehmen, die frühzeitig beginnen, ihre Nachfolge zu strukturieren, erhöhen ihre Chancen auf einen erfolgreichen Übergang deutlich. Hierfür sind folgende Erfolgsfaktoren entscheidend:

  • Frühe Analyse und Vorbereitung: Führen Sie eine umfassende Bestandsaufnahme Ihres Unternehmens durch, einschließlich finanzieller, personeller und rechtlicher Aspekte.
  • Professionelle Unterstützung nutzen: Erfahrene Fachberater für Unternehmensnachfolge helfen, Risiken zu minimieren und den Übergabeprozess strukturiert zu steuern – häufig auch förderfähig.
  • Flexible Nachfolgelösungen prüfen: Neben der familieninternen Übergabe sollten auch interne oder externe Lösungen in Betracht gezogen werden, um die bestmögliche Option zu finden.

 

So unterstützen wir Sie bei Ihrer Nachfolgeplanung

Die Unternehmensnachfolge erfordert Fachwissen, Erfahrung und klare Strukturen. Wir begleiten Sie professionell, praxisnah und individuell – von der ersten Analyse bis zur erfolgreichen Übergabe.

  • Förderfähige Nachfolgeberatung: Unsere förderfähige Nachfolgeberatung richtet sich an Unternehmer, die ihre Nachfolge perspektivisch, sicher und planbar umsetzen möchten. Unsere zertifizierten Fachberater unterstützen Sie dabei, alle entscheidenden Phasen des Übergabeprozesses zu meistern – fachlich fundiert und wirtschaftlich nachhaltig.
  • LiveCoaching zur Unternehmensnachfolge: Unser Live‑Coaching ist ein praxisnahes, modular aufgebautes Seminarformat, das Ihnen schnellen Zugang zu konkreten Handlungsempfehlungen bietet. Die Module sind speziell auf typische Herausforderungen im Nachfolgeprozess abgestimmt und eignen sich für Unternehmer, Firmennachfolger und angehende Fachberater für Unternehmensnachfolge.
  • IHKzertifizierter OnlineKurs „Unternehmensnachfolge“: Unser Online‑Kurs zur Unternehmensnachfolge ist ein umfangreiches, modular aufgebautes Fernlernangebot, das Sie strukturiert durch alle relevanten Aspekte der Nachfolgeplanung führt. Er ist IHK‑zertifiziert, berufsbegleitend und bei Bedarf auch als Grundlage für eine spätere Beratungstätigkeit nutzbar.

 

Fazit: Die IfM-Bonn-Studie zeigt klar: 186.000 Unternehmen stehen bis 2030 vor einer Nachfolge, doch wirtschaftliche Rahmenbedingungen erschweren viele Übernahmen. Für den deutschen Mittelstand bedeutet das: Frühzeitige, strukturierte und professionelle Nachfolgeplanung ist kein Nice-to-have, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor. Wer jetzt handelt, sichert den Fortbestand seines Unternehmens, erhält Arbeitsplätze und schafft nachhaltige Zukunftsperspektiven.

Die Experten von Unternehmensnachfolge.top beraten Sie gern persönlich.